Lanserhof

Was für ein Erlebnis! Sieben Tage im Lanserhof am Tegernsee. Allein, ohne Handy, detoxen mit Bittersalz und ohne die mehrgängigen Abendessen, an die ich mich schon so gewöhnt habe.

Lanserhof am Tegernsee, Holzlamellen
9. Januar 2019

Lanserhof

Was für ein Erlebnis! Sieben Tage im Lanserhof am Tegernsee. Allein, ohne Handy, detoxen mit Bittersalz und ohne die mehrgängigen Abendessen, an die ich mich schon so gewöhnt habe.

Länger schon spielte ich mit dem Gedanken, zur Ruhe zu kommen und mich von eingefahrenen Angewohnheiten, unter anderem übermäßiger Handynutzung zu befreien. So buche ich sehr spontan eine Woche auf dem Lanserhof, mehrfach empfohlen und eine Woche, da dies die minimale Verweildauer umfasst. Immer mit inbegriffen ein Basisprogramm, welches schon viele Anwendungen beinhaltet, die ich sowieso gerne probieren möchte. Jetzt heißt es:

— »Schonung, Säuberung, Schulung, Substitution, Sport und Seele (F. X. Mayr)«

Mit neu entdeckter Aufmerksamkeit, weil ohne Handy, fahre ich Kinder vermissend und doch vorfreudig zum Flughafen, um nach München zu fliegen. Nach etwas über eine Stunde Flug und Fahrt erreiche ich das ansprechende Gelände auf einem Golfplatz erbaut, quadratisch einem Kloster nachempfunden. Wunderschön, gradlinig modern und dank Naturmaterialien wie sich oft wiederholenden Holzlamellen, Lederbezügen und hellen Betonwänden, willkommen heißend und warm.

Sogleich präsentieren sich die Tage voller Termine, das Entgiften und Entsäuern unterstützend. Von Bioimpedanzmessung- aus wieviel Fett, Wasser und Muskeln besteht mein Körper- Algenpackungen und Ölbädern über Heilmassagen, Detox Drainagen mit Saugnäpfen bis hin zu selbst Gewählten wie einer energiespendenden Craniosakraltherapie zum Beispiel.

Den für viele Gäste Ausschlag gebenden Faktor der kompletten medizinischen Betreuung durch hervorragende Ärzte nehme ich kaum wahr, ausgenommen die ärztliche Untersuchung meiner für mich zuständigen Ärztin. Überaus reizend ist sie ebenfalls für die manuelle Bauchbehandlung zuständig, an die ich mich durchaus gewöhnen kann, obwohl ich sonst kein Bauchmassagen-Fan bin.

Zusätzlich zu den medizinischen Anwendungen kann jeder Gast aus einem großen täglichen Gruppenangebot auswählen. Ich besuche Yoga mit Blick in die Schneelandschaft, noch anstrengenderes Pilates, Rücken- und Faszientraining sowie mein erstes Mal Nordic Walking, von dem ich tatsächlich am nächsten Tag Muskelkater bekomme.

Natürlich habe ich an beiden, der mich begeisternden Kochkursen teilgenommen, und schon jetzt mehrfach nachgekocht, so schnell und trotzdem gesund wird erklärt. Denn probiert habe ich schweren Herzens vor Ort nicht. Ebenso enthusiastisch durfte ich einem Backkurs beiwohnen.

— »Zwar komplexer in der heimatlichen Durchführung, doch bin ich auch hier noch immer motiviert.«

Zu den regelmäßigen Essenszeiten, immer mindestens vier Stunden voneinander entzerrt, werde ich an einem Sechser-Tisch platziert, aufgereiht davor die jeweiligen Medikamente. Zuerst zögerlich und unbekannt, morgens und mittags Schafsjoghurt mit dem sogenannten Kautrainer zu mir nehmend – der Kautrainer ist im Übrigen ein Buchweizen-Toast. (Es hat etwas gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass ich den krossen Dinkelfladen dem Buchweizen-Toast vorziehe.)

Abends Gemüsebrühe mit dem Teelöffel schlürfend, nähern wir Tischnachbarn uns nach und nach an. Da wir durch eine ähnliche Prozedur gehen, wird offen über Medizinisches gesprochen, wenn man bei dem intensiven Kauen, nämlich 40-Mal, zu Wort kommt. Bei welcher Kur-Stufe hat der Gegenüber angefangen, was hat ihn hierher geführt, wieviel Kilo schon abgenommen und was macht man im normalen Alltag alles gehetzt und verkehrt.

— »Viele der internationalen Gäste kommen extra von weit her. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass auch Cara Delevingne mit Schwestern oder Uma Thurman gerne hier entschlacken.«

Überall stehen sogenannte Tee-Bars, eines meiner liebsten Gadgets des Lanserhofs. Bis zu 7 Tees und diese ständig wechselnd ziehen in der Küche selbst, so dass man sich einfach per Hebel an Ingwer-, Melisse-, Rosmarin-, Thymian-, Brennnessel- oder Lavendeltee bedienen kann, immer mit der Wirkung beschrieben und auch die Bibliothek begeistert mich nicht nur optisch.

Sehr vermissen tue ich meine allabendliche Routine: In dem traumhaften warmen Pool draußen zu schwimmen, von bezaubernder Beleuchtung umringt, warm und geborgen trotz Regentropfen von oben. Anschließend habe ich ganz allein das Sanarium genossen. Eine Sauna ganz nach meinem Geschmack, nur auf 60 Grad erhitzt und Minze und Menthol inhalierend. Den Geruch konnte man schon vorfreudig aus dem Fahrstuhl heraus riechen.

Entspannt habe ich mich dann in mein schönes Zimmer zurückgezogen, um zu lesen, passender Weise von Hans Castorp auf seinem Zauberberg oder fernzusehen, was ich sonst wirklich nie mache, früh schlafen und per Knopfdruck „Strom off“.

Der Lanserhof ist ohne Frage eine Welt für sich, in die man sich allzu gerne nach ein paar Tagen einfügt. Nach einer Woche fühle ich mich schon so vertraut und eingeweiht, dass ich nur zustimmen kann, wenn es heißt, zehn Tage sollten Minimum sein.

Zurück in Hamburg habe ich das Programm noch weitere drei Tage verfolgt, immer noch mein zwei Kilo geringeres Gewicht gehalten und trinke abends nur Tee, wenn wir nicht gerade ausgehen. Stolz auf meine Verlängerung habe ich daraufhin erfahren, dass manch’ anderer eher drei Wochen an dem Konzept von F. X. Mayr festhält. Nächstes Mal, vielleicht dann schon auf Sylt 2020!


Lanserhof Tegernsee, Gut Steinberg 1-4, 83666 Waakirchen, Bayern, Deutschland, +49802218800, info.tegernsee@lanserhof.com, lanserhof.com/tegernsee

Kreuz und quer
Lakeside, The Fontenay

Lakeside

Ziemlich spontan sind wir bei strahlendem Sonnenschein ins The Fontenay geradelt, um das Restaurant Lakeside und seinen neuen Küchenchef Julian Stowasser zu erleben.
Blick auf den Tresen im Restaurant Spajz in Hamburg Barmbek

Spajz

Schon seit Eröffnung vor über drei Jahren bin ich sehr gerne Gast im schönen Spajz, ungarisch für Speisekammer, in Barmbek.
Heidelberg Restaurants

Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren

Wie sehr liebe ich es in alte Gefilde zurückzukehren, wie letztes Wochenende in meine Studienstadt Heidelberg.
Geranium in Kopenhagen, drei Michelinsterne

Geranium***

Nach Maaemo in Oslo und Frantzén in Stockholm sehnte ich mich nach dem dänischen Pendant, dem Restaurant Geranium, ebenfalls mit drei Michelin-Sternen prämiert.
Noma in Kopenhagen

noma**

Für eine Nacht und ein Restaurant nach Kopenhagen, zieht es mich doch schon lange in das oft benannte beste Restaurant der Welt, ins neu eröffnete noma. 
Philipps im Karolinenviertel, Karoviertel

philipps

Sehr spontan kehren wir recht spät am Abend nach viel zu langer Zeit endlich wieder ins philipps im Karolinenviertel ein und haben Glück, den kleinen Tisch an der Garderobe und mit Blick in die Küche zu erwischen.
Frühstück

»Mad« about Kopenhagen

Seit meinen beiden Besuchen dieses Jahr hat sich Kopenhagen zu einer meiner absoluten Lieblingsstädten entwickelt.
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Marv & Ben

Tage vorher sind wir zufällig an Marv & Ben vorbeigelaufen, durften uns schon umsehen und haben kurzerhand unsere Reservierung auf das Mark & Knochen genannte Restaurant geändert. Welch’ ein Glück!
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Spajz

Schon seit Eröffnung vor über drei Jahren bin ich sehr gerne Gast im schönen Spajz, ungarisch für Speisekammer, in Barmbek.
About last night

Bau in the Box***

Beeindruckenden Genuss liefert Christian Bau mit seiner „Bau in the Box“ und vier Gängen, die überzeugender nicht sein könnten.

Kochboxen per Post

Nachdem ich gefühlt alle Möglichkeiten to go und geliefert in Hamburg genossen habe, habe ich mir kulinarische Möglichkeiten per Post angeguckt. Hier meine bisherige Ausbeute.

Ebbe und Food

Natürlich verschonte Corona auch Sylt nicht mit dem Beherbergungsverbot im Lockdown und der zwangsweisen Schließung von Restaurants. Letztere haben sich einen Weg überlegt, ihre Gäste trotzdem noch zu verköstigen. Hier eine Übersicht, von Norden nach Süden gegessen.

Cookies Cream*

Von Hamburg nach Berlin sind wir am Valentinstag zumindest kulinarisch in das Cookies Cream gereist.

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Vebruar

Mein erster Dry January liegt hinter mir und ist mir recht leicht gefallen, auch weil ich während Corona in keinerlei Verlockungen wie Abendessen gekommen bin. Den Februar über möchte ich mich nun vegetarisch ernähren, da ich in Restaurants und jetzt To-Go meist die Fleischvariante bestelle und die vegetarischen Optionen ausblende.