Franzi in Peru
Sonne und Mond, Erde und Berge, Tag und Nacht. Pacha Mama, die alles hält.
Franzi in Peru
Lima – Die graue Stadt? Für uns nicht.
Gewohnt haben wir im Belmond Hotel in Miraflores, doch noch schöner ist der Stadtteil Barranco. Unbedingt die Seufzerbrücke mit angehaltenem Atem überqueren und sich etwas wünschen.
Im Dédalo shoppen oder in der Casa de la Cerámica mit Termin, und im Pájaro Loco in der Casa Rocaverde nach der schönsten Keramik aus Limas Restaurants schauen. Letztere beherbergt zudem das coole Beik Café. Außerdem mochte ich die Alanya Repostería, auch den Matcha. Eine warme Jacke aus Baby-Alpaka habe ich bei Estrafalario gefunden, zierliche Zeichnungen von Sandra Fernandini bei Puna.
Abends unkompliziert und so gemütlich bei Kerzenlicht im Siete essen. Sowieso ist die gesamte Straße Jirón Domeyer sehr schön.
Empfohlen wurden mir noch folgende Restaurants: Clon, Fernandini, Cosme, Astrid y Gastón und Maido natürlich.

Central
Doch wir kamen in den Genuss, das wohl bekannteste Perus zu besuchen, berühmt geworden auch durch Chef’s Table: das Central von Virgilio Martínez.
Dieses Erlebnis beginnt mit einer Ankunft im Garten und einer Einführung im Lab, denn das Menü beschreibt die Landschaft, genauer die Höhenvielfalt Perus.
Von fünfzehn Metern unter dem Meeresspiegel bis auf 4.200 Meter in den Anden. Dazwischen die Küstenwüste, dem Heiligen Tal, dem Amazonas.

Mit entzückenden Details von Besteck, Geschirr, Zeichnungen. In zwölf Gängen. Jeder Teller, ob aus Keramik, Holz, Stein, Glas, Papier vereint mindestens drei Komponenten, unzählige Details.
Seepocken, dehydrierte Kartoffeln, Arapaima – der größte Fisch des Amazonas. Die berühmten Seealgen, mein erster Piranha. Eine von 4.000 Kartoffelsorten Perus. Kakao in all seiner Vielfalt.
—»Die Geografie Perus als Geschmacks- und Geschichtsträger. «
Ins Heilige Tal der Inka
Es verdankt seinen Namen seiner Fruchtbarkeit. Hier wuchs der Mais, der das ganze Reich ernährte, und durch das Tal fließt der Urubamba, den die Inka Willkamayu nannten, den heiligen Fluss. Für sie war er das irdische Spiegelbild der Milchstraße, die nachts genau darüber am Himmel steht.
In Chinchero und Pisac sieht man, wie lebendig die alten Traditionen hier noch sind. Die Frauen weben in leuchtenden Farben, die sie aus Pflanzen und Cochenilleläusen gewinnen, dazwischen stehen Baby-Alpakas und Lämmer. Eins wurde mir immer wieder in den Arm gedrückt.
Zu Mittag gegessen haben wir im Las Manos zwischen Urubamba und Ollantaytambo auf einer ehemaligen Hacienda mit Blick auf die Berge.
Gekocht wird draußen über offenem Feuer, mit Gemüse aus dem Tal, je nach Saison. Am besten waren die Garnelen, über der Flamme gegrillt, mit Knoblauch, Olivenöl und Petersilie. Ein Ceviche durfte natürlich auch nicht fehlen.

Salineras de Maras
An einem Berghang auf rund 3.000 Metern liegen Tausende kleine Salzbecken, gespeist von einer salzigen Quelle, die aus dem Berg tritt. Schon vor den Inka wurde hier Salz gewonnen, und bis heute bewirtschaften Familien aus der Umgebung die Becken von Hand.

Belmond Rio Sagrado
Beim Empfang wird ins Pututu, ein Muschelhorn, geblasen, ganz so, wie die Inka das früher gemacht haben. Danach dürfen wir noch ein Stück Palo Santo mit guten Wünschen in das Feuer werfen.
Überall ein Extra im Belmond Rio Sagrado am Willkamayu im Heiligen Tal.
Natürlich ein Begrüßungsdrink, Kabel-Etui, frischer Saft in der Minibar. Morgens traditionell eine Mandel-Zimt-Milch, frisches Obst, Peruanisches à la carte. Immer mit „Miss Franziska“ angesprochen werden.
Die Baby-Alpakas dürfen mit Milch gefüttert werden und laufen sonst frei herum. Nach der Massage gibt es Tee und ein kleines Granola.
Im Bett wartet eine Wärmflasche und zum Abschied bekommen wir einen bestickten Kofferanhänger mit unserem Namen.
Mil Centro
Hand in Hand mit dem Central in Lima geht das Mil im Heiligen Tal.
—» Auf 3.568 Metern über dem Meer begegnen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.«
Inspiriert von den Inka und ihrer Anlage Moray, deren natürliche Terrassen durch die Wärme der Steine und die wechselnden Höhen einen Temperaturunterschied von fünfzehn Grad schaffen.
Bewahren mit den Mitteln der Natur: der Sonne, dem Berg Verónica, dem Fluss. Das Land als Nahrung, Erinnerung und Tradition. Im Austausch mit den umliegenden Gemeinden wird die Vergangenheit in die Zukunft getragen, bis hinein in die Spitzengastronomie.
Immer im Rhythmus der Erde und ihrer Jahreszeiten. Pflanzen und Blüten dienen als Aroma, Medizin, Nahrung oder zum Färben.
Immer mit dem Segen der Pacha Mama, mit Respekt vor Mutter Erde und den Bergen ringsum. Für rund 4.000 Kartoffelsorten, für Quinoa, Mais und vieles mehr. Beeindruckend, was Virgilio, Pía und Malena hier erschaffen haben und teilen.

Machu Picchu
Gleich als Erstes um sieben Uhr morgens dürfen wir uns auf den Weg nach Machu Picchu machen, auch dank der Übernachtung in der Belmond Sanctuary Lodge. Die hat im Übrigen einen entzückenden, dschungelähnlichen Garten.
Durch die Inkastadt, vorbei an Terrassen und Tempeln, und dann steil nach oben. Der Wayna Picchu, auf Quechua „junger Berg“, ist der spitze Gipfel über der Inkastadt, von dem aus die Inka das ganze Tal überblicken konnten.
Der Weg führt über schmale Steinstufen, von unserem Guide Meerschweinchenstufen genannt, die die Inka vor über fünfhundert Jahren direkt in den Fels gehauen haben.
Fast 300 Höhenmeter sind es von der Zitadelle auf rund 2.400 Metern bis zum Gipfel auf knapp 2.700 Metern.
Wir haben eine Stunde nach ganz oben gebraucht, ich sehr hechelnd, denn die dünne Luft merkt man bei jedem Schritt. Aber was für ein Blick!

Hiram Bingham
Ich liebe Zugfahren, und dann am liebsten in einem Zug wie dem Hiram Bingham, mit blau-goldenen Waggons im Stil der Zwanzigerjahre.
Leider nur drei Stunden lang, von Aguas Calientes nach Cusco.
Im Restaurant gibt es ein Drei-Gänge-Menü, dazu zwei Bars und Live-Musik.
Zu schön, schwankend in den Kurven und trotz des Aufstiegs auf den Wayna Picchu und schwerer Wanderstiefel leichtfüßig zu tanzen.
Cusco
Cusco, die ehemalige Hauptstadt der Inka, liegt auf 3.416 Metern im Herzen des Andenhochlands. Eigentlich möchte ich sie fast Cusquito nennen, so wohl haben wir uns hier gefühlt.
Eine Prozession auf der Plaza de Armas, zierliche Balkone und das Aquädukt von Sapantiana, ein koloniales Wasserbauwerk im Viertel San Cristóbal.
Gestricktes und Keramik bei Tinta, dazu noch eine Alpaka-Jacke von Pushka. Und ein Besuch im Mercado Central de San Pedro, der großen Markthalle der Stadt.
Das Convento de Santo Domingo wurde direkt auf den Qorikancha gebaut, den wichtigsten Tempel der Inka.
Three Monkeys Coffee gibt es schon seit zwei Jahren. Noch netter fanden wir das Café Florencia y Fortuna.
Gewohnt haben wir im Palacio Nazarenas, einem der beiden Belmond-Hotels in Cusco. Es liegt mitten in der Altstadt, hat einen beheizten Pool und reichert die Zimmer wegen der Höhe mit Sauerstoff an.
Sehr zu empfehlen ist das hoteleigene Restaurant Mauka. Hier schließt sich der Kreis zum Central, denn für die Küche ist Pía León verantwortlich, die Frau von Virgilio Martínez, die in Lima das Kjolle führt.

Arequipa
Arequipa, die zweitgrößte Stadt Perus, liegt eingerahmt von drei Vulkanen: Misti, Chachani und Pichu Pichu.
Mitten in der Altstadt, direkt neben der Kirche San Agustín, wohnen wir im CIRQA. Das ehemalige Kloster verbindet moderne Einbauten sehr gelungen mit den historischen Mauern aus Sillar. Dazu gibt es einen Hot Tub im Freien und ein hervorragendes Frühstück.
Zum Mittag- und Abendessen können wir das 13 Monjas sehr empfehlen, vor allem das Pollo Tikki.
Tagsüber lohnt sich das Monasterio de Santa Catalina, eine Klosterstadt mitten im Zentrum, mit Gassen, Innenhöfen und ocker- und blau gestrichenen Wänden.
Für Matcha, Kaffee und Co. geht es ins Oso Café oder ins Kafi Wasi. Letzteres überzeugt auch mit seinem Chicken Sandwich.

Titicacasee
Auf dem Titicacasee fliegen Flamingos und schwimmen rund hundert künstliche Inseln, aus Totora-Schilf gebaut.
Während der Regenzeit muss alle fünfzehn Tage neues Schilf aufgelegt werden, während der Trockenzeit nur einmal im Monat. Mit viel Aufwand lassen sich diese Inseln sogar versetzen.
Auf der von uns besuchten Uros-Insel wohnen dreizehn Personen. Sie leben von uns Touristen, dem Verkauf von Kunsthandwerk, dem Fischfang und der Jagd auf Wasservögel. Die Kinder werden rudernd zur Schule gebracht, und auch die Toilette muss so erreicht werden.
Wir haben in der Titilaka Lodge gewohnt, mit Blick über den welligen See, bei Sonne, Hagel und Gewitter. In dem Hotel ist alles inklusive: die täglichen Touren, das sehr gute Essen mit Lunch, auch unterwegs, Tea-Time, abendlich wechselnde Menüs und ein entspannender Hot Tub.
Und ich muss gestehen, hier gab es die besten Spaghetti Pomodoro, die nach etlichen Ceviche noch besser schmeckten.

Kreuz und quer
Louis C. Jacob
Woodcuisine
Hotel Almhof Schneider
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